Die Komplexität und die Anforderungen an die Supply Chain sind innerhalb kurzer Zeit maßgeblich gewachsen. Der zunehmende Wettbewerbsdruck, die steigenden Konsumentenerwartungen und die damit verbundenen kürzeren Lead Times sowie das Verschmelzen der Vertriebskanäle stellen neue Herausforderungen an die Stabilität und Informationstransparenz innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette dar.

Vielfach hat sich gezeigt, dass einzelne Schwachstellen sich multiplizieren und die Leistungsfähigkeit der gesamten Supply Chain schmälern. Kurt Salmon hat die sechs typischen ‚Sünden‘ einer effizienten und leistungsstarken Supply Chain identifiziert und die maßgeblichen Hebel zu deren Behebung skizziert:

 

  1. Verschwendung von Zeit

ensteht immer dann, wenn Prozesse unnötig lang oder nicht synchronisiert  sind, nicht wertschöpfende Aktivitäten enthalten oder sequentiell statt weitest möglich parallel ablaufen. Vorgänge, Termine und die  zugehörigen Meilensteine müssen von der Produktionsstätte bis hin zu den Verkaufsregalen klar festgelegt, kommuniziert und nachverfolgt werden. Alle betroffenen Abteilungen und involvierten Unternehmen müssen als eine Einheit zusammenarbeiten.

 

  1. Ineffiziente Lagerabläufe

Alle Prozessschritte  entlang  der  Wertschöpfungskette müssen untersucht und die wertschöpfenden  Aktivitäten zum effizientesten Zeitpunkt entlang der Supply Chain vorgenommen werden. Doppelarbeiten müssen identifiziert und eliminiert werden. Maßgeblicher Hebel sind Transparenz und zeitnaher Austausch von Informationen. Kurt Salmon konnte z. B. auf diesem Weg die Picking-Rate eines Buchgroßhändlers um 35 % steigern.

 

  1. Ineffizientes Transportmanagement

Transport- und Distributionskosten machen einen Großteil der Gesamtkosten aus, oftmals bis zu 10 %.  Ineffizienzen treten bei Unterauslastung  oder Auswahl  ungeeigneter Transportmittel, unzureichend aufeinander abgestimmten Distributionsnetzen oder Ineffizienzen der logistischen Wiederaufbereitung von Retouren sowie deren Rückführung in das Belieferungsnetzwerk auf. Wichtig dabei sind eine konsequente Durchführung von Inbound- und Outbound Warenflussanalysen, die Abstimmung der optionalen Versandmethoden auf die tatsächlichen Serviceanforderungen sowie klare Strategie und Plan für die Retourenabwicklung.

 

  1. Bestandsüberhänge und -lücken

Die Ursachen für Bestandslücken können vielfältig sein und liegen oftmals außerhalb der Logistik, wie z. B. in einem unzureichenden Planungsprozess oder zu breiten Sortimenten. Ein wichtiger Schritt ist in diesem Zusammenhang ein gemeinsamer kollaborativer Bedarfsplanungsprozess   vom Kunden bis hin zum Lieferanten. Konsequent und sehr erfolgreich hat dies ein Vollsortimenthändler umgesetzt, ein mehrstufiges Bestands- und umschlagsorientiertes Warenflussmodell inkl. Cross-Docking sowie  Direct-to-Store-Belieferungsoption eingeführt, mit dem Ergebnis, dass sich Bestände in der Supply Chain um 22 % reduzierten.

 

  1. Späte Fehlererkennung und -behebung

Während fehlerhafte Produkte die Supply Chain durchlaufen, steigen die Kosten ihrer Behebung zunehmens. Daher ist es entscheidend, den Mangel so früh wie möglich zu beheben. Prozesse und Daten zur Qualitätssicherung sollten klar definiert, kontrolliert sowie Fehlerraten durch funktions- und häufig organisationsübergreifende Zusammenarbeit kontinuierlich nachverfolgt und verbessert werden. 

 

  1. Informationsdefizite

Mit einem immer komplexer werdenden Supply Chain-Netzwerk moderner Organisationen und der steigenden Anzahl verschiedenster Zulieferunternehmer, externer Logistikanbieter und weltweitem Kundenstamm wird der Informationsaustausch über alle Partner hinweg sehr komplex – aber auch umso wichtiger. Dabei sollte der Informationsaustausch sowohl mittels technologischer Neuerungen als auch mittels strategisch-partnerschaftlicher Hebel verbessert werden.

 

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