Verkehrsrundschau

12 August 2016

Der Versand von frischen Lebensmitteln an Online-Kunden steht kurz vor dem Durchbruch. Handel und Logistikdienstleister rüsten sich für das neue Geschäft. Während einige Stimmen in der Branche gute Möglichkeiten für mittelständische Logistikunternehmen prognostizieren, beurteilt Sven Kromer, Partner bei der Unternehmensberatung Kurt Salmon Germany, die Marktchancen mittelständiger Logistikdienstleister kritischer.

Händler machen Logistik anfangs selbst

Sven Kromer schätzt die Chancen für ein Outsourcing der Logistikdienstleistungen in der ersten Stufe des Online-Verkaufs von Lebensmitteln als gering ein. "Wenn die Unternehmen an den Start gehen, wollen sie auf jeden Fall alle Fäden selbst in der Hand haben", sagt der Kurt Salmon-Partner. Zu groß sei das Risiko, die Kunden mit schlechter Lieferqualität zu verprellen, bevor der Markt richtig durchstartet. Daher sei Logistik gerade zum Marktstart eine Kernkompetenz, bei der der Kundenservice und nicht das Kostenoptimum im Vordergrund stehe. "Das Risiko der Fremdvergabe ist zu hoch, weil in Deutschland für diesen Markt noch ein Netzwerk aus erfahrenen Anbie­tern mit entsprechenden Referenzen fehlt", ergänzt Kromer.

Mittelfristig, wenn das Vertrauen der Ver­braucher da ist und die Volumen steigen, sieht Kromer auch Chancen für Logistikdienstleister: "Die Skaleneffekte sind im Transport nicht so groß, dass die Händler das dauerhaft selber machen wollen". Den Anfang würden dabei die Trockensortimente machen.

Wer dann ins Geschäft kommen wolle, benötige in jedem Fall Transporter mit Telematik für die Sendungsverfolgung, mobile Endgeräte für die Dokumentation der Warenübergabe und Fahrzeuge, die sich von der Seite beladen lassen. "Das geht mit Tüten und Kühlboxen schneller als über die Hecktür", erklärt Kromer.

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